PL – Dieser Besuch besser am frühen Morgen…

Zur Auschwitz-Gedenkstätte in Oswiecim, zwischen Kattowitz und Krakau gelegen, ist einerseits ein Besuch für jeden Europäer und Deutschen sowieso obligatorisch, wenn err noch nicht dort war. Denn das Wachhalten der Erinnerung an diese Vergangenheit wird immer wichtiger, und genau an diesem Ort in Südpolen ist das Ausmaß der Nazi-Verbrechen und die perverse Perfektion der Tötungsmaschinerie dieses Regimes am ehesten zu erahnen und nachzuspüren. Andererseits ist der Ort von Besuchern überlaufen, Gruppen drängen sich auf dem Gelände, nirgends ist man nur Sekunden allein, um innezuhalten und das Lager und was dort gschah auf sich wirken zu lassen.

Eine Möglichkeit gibt es jedoch: Morgens bietet die Gedenkstätte einer begrenzten Zahl von unangmeldeten Gästen die Möglichkeit, das Gelände individuell zu betreten und zu besichtigen. Bis 9.00 Uhr muss man die Ticketkontrolle durchschritten haben. Von Krakau aus reicht es sich dafür um kurz nach sieben auf den Weg zu machen, damit man um ca. halb neun Uhr auf dem Gelände steht. Um es kurz zu machen: Für den Gang durch das weitgehend noch leere Lager, Verweilen am Stacheldrahtzaun, Einblicke in ein oder zwei Ausstellungen in den Baracken, und vor allem einen Gang in das Krematorium zu den Öfen, wo die unzähligen Getöteten verbrannt wurden – dies alles, bevor die vielen Führungen durch die Gedenkstätte Gedänken eigentlich unmöglich machen, lohnt sich das frühe Aufstehen allemal…

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