Der Plan wurde vor Monaten gefasst, Karten recherchiert, der Weg festgelegt, Quartiere ausgewählt, der Termin abgestimmt, die Hütten vorgebucht, Urlaub genommen. Eine achtägige individuelle Alpenquerung von der deutschen Alpenkante bis über den Hauptkamm nach Südtirol sollte es werden.
Alles war schließlich perfekt durchgeplant. Dann rückte der Termin näher, und die Wetterprognosen wurden schlechter: Regen, Wind, Temperaturabsturz. Im Alpenraum kann das im September einen Wintereinbruch bedeuten. So kam es wie es kommen musste: Schnee ab 1.400 Meter Höhe, an der Zugspitze, wo wir starten wollten, keine Sicht, Frost und durch Schnee und Eis unpassierbare Wege.
Wir warteten zwei Tage, ließen Wetterstein und Mieminger Kette beiseite, starteten im Inntal, der zurückgekehrte Sommer gab uns recht, auch wenn wir bei unserem ersten Gipfel die Ersten seit mehr als einer Woche waren und vorsichtig spuren mussten. Im Stubai waren die anspruchsvollsten Etappen planmäßig durchführbar, Sonne, Farben, bombastische Landschaften versöhnten uns mit dem misslungenen Start. Denn letztendlich geben Klima, Wetter und Natur in den Bergen den Takt vor, wer dagegen hält, zahlt womöglich einen zu hohen Preis. So haben wir zuletzt dann auch nochmals klein beigegeben und akzeptierten, dass der Überstieg nach Italien an der ausgesuchten Stelle für diese Saison nicht mehr möglich war. Eine Alternativroute endete im österreichischen Nordtirol.
Unser großer Plan war also zurechtgestutzt von den Naturgewalten und eine Art Tirolquerung geworden. Aber was macht es? Auch nächstes Jahr stehen die Berge noch, und im Juli kann es wieder los gehen…
Die Tour:
- Kematen – Adolf-Pilcher-Haus
- Via Gamskogel nach Neustift (1.500 Höhenmeter nonstop abwärts…)
- Ranalt – Nürnberger Hütte – Bremer Hütte (incl. 1.600 Meter Anstieg)
- Zur Gschnitzer Tribulaunhütte
- Abstieg nach Gschnitz












