Zwanzig Sekunden zu spät, vor uns denken sich die Schranken, der Bahnübergang mit vier Gleisen, dazwischen sehr löchrigen Asphaltresten, ist geschlossen. Der Schrankenwärter in Uniform marschiert erst einmal zwischen die Schienen mitten auf die abgesperrte Straße und schaut wohlwollend, wie sich rechts und links von ihm die Autoschlangen bilden. Fußgänger und Radfahrer jedoch achten die Schlagbäume nicht, sondern schauen zum Bahnmenschen, der ihnen einen einladenden Wink gibt oder einen Ruf zukommen lässt, woraufhin sie die Schranken umgehen/umfahren und ihren Weg über die Gleise ohne Pause fortsetzen. Wir hingegen warten. So mancher (ortskundiger?) Fahrer wendet sein Gefährt und braust davon. Nach 20 Minuten schließlich von weitem ein Pfiff, und während der Bahnwärter gemütlich zurück zum Diensthäuschen neben der Überfahrt geht, rollt gemächlich eine rußende Diesellok mit einem Waggon vorbei. Der Bahnbeamte betätigt die Handkurbel am Diensthaus, die Schranken heben sich, und nun dürfen auch wir im Auto wieder weiter…
RO – Total entspannt am Bahnübergang
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Veröffentlicht von christbos
Journalist, Autor, Publizist mit beruflicher, privater und familiär bedingter Affinität zu den Ländern und Regionen Ostmitteleuropas. Zeige alle Beiträge von christbos
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