UA – Senioren sind als Geflüchtete besonders schlimm dran

Dieser Blog entstand, um Reiseeindrücke von mir aus den Ländern Ostmitteleuropas in kleinen Episoden festzuhalten udn Impulse zu geben. Nun will ich – angesichts des schon über drei Jahre anhaltenen Krieges in der Ukraine, und weil ich mit den Leuten der Caritas Iwano-Frankiwsk durch meine bisherige berufliche Tätigkeit eng verbunden bin und um ihre gute Arbeit weiß, eine Ausnahme machen und – obwohl nicht unterwegs und vor Ort – die Flüchtlingshilfe der Caritas Iwano-Frankiwsk vorstellen.

Senioren und Pflegebedürftige unter den vertriebenen Menschen, die ihre Häuser wegen der Gewalt im Süden und Osten der Ukraine verlassen mussten, sind besonders schlimm dran. Sie benötigen Hilfe und Begleitung rund um die Uhr. In der Region Iwano-Frankiwsk haben sie Unterstützung gefunden. Die dortige Caritas baute ein Heim auf, in der alte und gebrechliche Menschen mit Pflegebedarf, die keine familäre Unterstützung erfahren, unterkommen können. Wer über ihre einzelnen Schicksale etwas erfahren will, kann einen speziell dafür aufgebauten Online-Auftritt anschauen und über jede Seniorin und über jeden Senior etwas erfahren. „Geschichten der Unerschütterlichen“ werden sie genannt. Neugierig? Gehe einfach dafür hierhin: https://nezlamni.caritas.if.ua/de/home-de/#contacts. Dort lernst du Lidiia, Oleksandra und die anderen kennen. (Wer will, kann dann auch die Arbeit mit eienr Spende unterstützen).

Ich hoffe, bald wieder auch in die Ukraine reisen zu können. Bis dahin gibt es zumindest ab und zu solche Hinweise. Der Kontakt darf nicht abreißen…

D – Kirchen sind vielseitige besinnliche Orte

Als regelmäßiger Besucher von Konzerten von Rock- und Pop-Größen bin ich mit vielen „Locations“ vertraut von kleinen Clubs oder Orditorien bis zu Großveranstaltungsorten wie der Waldbühne Berlin oder sogar dem Hockenheimring bei Mannheim. Nun war ich erstaunt, dass ein Konzert von Heather Nova in der Berliner Passionskirche stattfinden würde. Kirchen waren für mich immer Orte, die ich – jenseits der Besuche von Gottesdiensten – architektonisch bewundert, für meditative Pausen vom Alltag oder von anstrengenden Stadtbesichtigungen in der Fremde nutzte und natürlich für sakrale Konzerte besuchte. Nun also dieses Genre…





Im Nachhinein muss ich sagen: Voll toll. Die Musik passte – oder passte sich an den Ort an? Die Passionskirche jedenfalls gab mit ihrem eindrucksvollen Kirchenkuppel die Atmosphäre und die besondere Klangwirkung vor. Das Publikum ließ sich anscheinend auch von dieser besonderen Atmosphäre erfassen… Nun wäre es fast spannend zu erleben, ob auch richtiger Hard Rock an diesem Ort „weich“ klingen würde… #heathernova #Berlin #passionskircheberlin #konzert #musik #textbildiee #ostmitteleuropageschichten

PL – Toller Ticketautomat, eigentlich…

Eigentlich super, in Krakaus Straßenbahnen hängen mehrsprachig ausgestattee Ticketautomaten, die das ganze Portfolio an Fahrscheinen anbieten. Mit ein paar Bildschirmklicks kann der User bei Bedarf sogar mehrere Tickets zusammen ordern und die ganze Familie auf einmal versorgen. Vorausgesetzt, dass er dann genug Münzgeld hat, um 51 Zloty für drei 24-Stundentickets zu bezahlen, weil die Kreditkarte aus welchen Gründen auch immer nicht erkannt wird. Blöd nur, wenn dann der Münzfluss aus der Geldbörse bei 28 Zloty aus Mangel versiegt und der Automat nach einer kurzen Bedenkzeit den Vorgang abbricht und die bereits eingegebenen Münzen eine nach der anderen wieder ausspuckt. Fübf Haltestellen hat das Procedere bisher gedauert. Aber unverzagt neuer Anlauf und erst einmal das noch nötige Kleingeld sammeln, wieder die Fahrscheinwünsche eingeben und nun mit ruhiger Hand kontinuierlich eine Münze nach der anderen einwerfen. Es bleibt genug Zeit, bis zum Fahrziel sind es noch vier Haltestellen. Und sind die Tickets dann da, beginnt der Genuss, denn bei den weiteren Fahrten per Bus und Tram kann man ja achtlos am Ticketautomat en vorbeigehen und sich aufs Sightseeing konzentrieren…

PL – Am Krakauer Dom auch mal menschenleer

Wer Krakau kennt, weiß, wie voll mit Menschen stets die Altstadt mit Marktplatz Rynek Glowny und rund um den Dom ist. Egal, welche Jahreszeit, ob Tag oder Nacht, immer ist das Zentrum gut angefüllt: Menschen, Bewegung, Stimmgewirr. Und doch gibt es die Chance, mal Platz und Lichter allein auf sich wirken zu lassen: z. B. direkt an der Mauer des Doms in einer lauen Oktobernacht, wenn plötzlich der Regen kommt und alles in Deckung geht wie gestern Abend. Nasser Fotograf, aber einmaliges Foto…

RO – Verkehrsregeln interpretierfähig

Manche verwendete Verehrsschilder in Rumänien sind in Deutschland quasi verschwunden, so z. B. das Verbot für Pferdekarren an Schnellstraßen. In manchen Regionen Rumäniens sieht man dann tatsächlich noch solche Fuhrwerke zwischen den Dörfern. Ansonsten sind die Beschilderungen ähnlich und damit verständlich für deutsche Autofahrer oder andere Landsleute. Das Fahrgeschehen allerdings ist dann doch abenteuerlicher: Geschwindigkeitsgebote? Nur Anregungen, Empfehlungen allenfalls. Rechts vorbei? Wenn es passt, warum nicht? Ein Ausländer, der im Ort ordnungsgemäß 50 fahren will? Der wird ggfs. vom 30-Tonner mit Lichthupe und aufmunternder Nähe zum Fahrzeugheck zum Gasgeben motiviert… Eine gute Woche lang tägliche derartige Verkehrslehrstunden zeigen Wirkung: Bald nimmt man gekonnt und lässig das nächste 60er Schild auf der Landstraße auch nicht mehr soooo wichtig. Mitfließen im Tempo ist für alle Seiten eben entspannter…

RO – Kirchen als Burgen

In Siebenbürgen, rund um dessen Zentrum Sibiu, sind viele Kirchen gleich befestigter Burgen, man spricht daher auch von Kirchenburgen. Die Befestigungen dienten der Abwehr von Feinden und der Rückzugsmöglichkeit der örtlichen (Kirchen)Gemeinden. Klassisches Beispiel einer Kirchenburg bietet Michelsberg (Cisnădioara) 20 km südlich von Sibiu in den Karpaten. Die Kirche steht auf dem Hausberg des Ortes und ist über einen Bergpfad zu erlaufen. Mauern um das Kirchgelände herum zeugen vom Festungscharakter der Anlage, die ihren Gläubigen nicht nur Erbauuung, Trost und Zuversicht im Glauben bot, sondern auch Sicherheit… Glaubrnsburgen mögen wir heute nicht mehr unbedingt haben wollen, aber sinnbildlich könnte sich die moderne und krisengeschüttelte Kirche womöglich von diesem Konzept im alten Siebenbürgen etwas abschauen…

RO – Total entspannt am Bahnübergang

Zwanzig Sekunden zu spät, vor uns denken sich die Schranken, der Bahnübergang mit vier Gleisen, dazwischen sehr löchrigen Asphaltresten, ist geschlossen. Der Schrankenwärter in Uniform marschiert erst einmal zwischen die Schienen mitten auf die abgesperrte Straße und schaut wohlwollend, wie sich rechts und links von ihm die Autoschlangen bilden. Fußgänger und Radfahrer jedoch achten die Schlagbäume nicht, sondern schauen zum Bahnmenschen, der ihnen einen einladenden Wink gibt oder einen Ruf zukommen lässt, woraufhin sie die Schranken umgehen/umfahren und ihren Weg über die Gleise ohne Pause fortsetzen. Wir hingegen warten. So mancher (ortskundiger?) Fahrer wendet sein Gefährt und braust davon. Nach 20 Minuten schließlich von weitem ein Pfiff, und während der Bahnwärter gemütlich zurück zum Diensthäuschen neben der Überfahrt geht, rollt gemächlich eine rußende Diesellok mit einem Waggon vorbei. Der Bahnbeamte betätigt die Handkurbel am Diensthaus, die Schranken heben sich, und nun dürfen auch wir im Auto wieder weiter…

RO – Die Schönheit von Sibiu

Geprägt aus der Vergangenheit vor 1989 habe ich ja Henmungen, von Hermannstadt zu sprechen. Aber in Rumänien scheint das okay zu sein, wegen der vielen deutschsprachigen Touristen? Oder wirklich für die deutsche Minderheit im Lande? Sogar die große Ortstafel an der Zufahrtsstraße ist zweisprachig. Wie dem auch sei, die Altstadt von Sibiu ist wunderschön und pittoresk, die Hausfassaden farbenfroh, alles einladend und anheimelnd. Den wahren Reiz der Stadt machen für mich jedoch die Details aus, die man en passant wahrnimmt, wenn man sich umschaut – alt und neu, verfallend und frisch hergerichtet, jung und alt, modern traditionell, und auch arm und (neu)reich machen sich so im Stadtbild auf verschiedenste Weise bemerkbar…

A – In Wien mit Hund zu Fuß

In Wien zum ersten Mal mit Hund birgt einige Überraschungen und Erkenntnisse. Hier heißt es grundsätzlich in U-Bahn und Bus „Maulkorb an“. Wenn man dann keinen hat und den Vierbeiner auch nie entsprechend trainiert hat, heißt es eben Großstadt zu Fuß erkunden. In Wien hat man dann rasch allerhand Lauf-Kilometer auf dem Tacho, will man das touri-übliche Pensum schaffen…

Aber solange Hund und Mensch fit sind, ist der Sightseeing-Gang durch Österreichs Metropole auch per pedes sehr bereichernd.

UA – echt Superstraßen in der Ukraine

tipptopp – da kann man nicht mehr meckern…

Also, ich komme immer wieder auf die ukrainischen Straßen zurück. Früher war das eine Herausforderung, die Löcher waren teilweise so tief und groß, dass Klrinwagen darin verschwanden. Die Corona-Zeit seig Anfang 2020 haben die Ukrainer anscheinend zum Straßenbau genutzt. Ich war zuletzt 2019 in dem Land und erkenne es in der Hinsicht nicht wieder. Aber seht selbst: Ist das nicht ein Vergnügen?