Manche verwendete Verehrsschilder in Rumänien sind in Deutschland quasi verschwunden, so z. B. das Verbot für Pferdekarren an Schnellstraßen. In manchen Regionen Rumäniens sieht man dann tatsächlich noch solche Fuhrwerke zwischen den Dörfern. Ansonsten sind die Beschilderungen ähnlich und damit verständlich für deutsche Autofahrer oder andere Landsleute. Das Fahrgeschehen allerdings ist dann doch abenteuerlicher: Geschwindigkeitsgebote? Nur Anregungen, Empfehlungen allenfalls. Rechts vorbei? Wenn es passt, warum nicht? Ein Ausländer, der im Ort ordnungsgemäß 50 fahren will? Der wird ggfs. vom 30-Tonner mit Lichthupe und aufmunternder Nähe zum Fahrzeugheck zum Gasgeben motiviert… Eine gute Woche lang tägliche derartige Verkehrslehrstunden zeigen Wirkung: Bald nimmt man gekonnt und lässig das nächste 60er Schild auf der Landstraße auch nicht mehr soooo wichtig. Mitfließen im Tempo ist für alle Seiten eben entspannter…
Schlagwort: Rumänien
RO – Kirchen als Burgen
In Siebenbürgen, rund um dessen Zentrum Sibiu, sind viele Kirchen gleich befestigter Burgen, man spricht daher auch von Kirchenburgen. Die Befestigungen dienten der Abwehr von Feinden und der Rückzugsmöglichkeit der örtlichen (Kirchen)Gemeinden. Klassisches Beispiel einer Kirchenburg bietet Michelsberg (Cisnădioara) 20 km südlich von Sibiu in den Karpaten. Die Kirche steht auf dem Hausberg des Ortes und ist über einen Bergpfad zu erlaufen. Mauern um das Kirchgelände herum zeugen vom Festungscharakter der Anlage, die ihren Gläubigen nicht nur Erbauuung, Trost und Zuversicht im Glauben bot, sondern auch Sicherheit… Glaubrnsburgen mögen wir heute nicht mehr unbedingt haben wollen, aber sinnbildlich könnte sich die moderne und krisengeschüttelte Kirche womöglich von diesem Konzept im alten Siebenbürgen etwas abschauen…
RO – Total entspannt am Bahnübergang
Zwanzig Sekunden zu spät, vor uns denken sich die Schranken, der Bahnübergang mit vier Gleisen, dazwischen sehr löchrigen Asphaltresten, ist geschlossen. Der Schrankenwärter in Uniform marschiert erst einmal zwischen die Schienen mitten auf die abgesperrte Straße und schaut wohlwollend, wie sich rechts und links von ihm die Autoschlangen bilden. Fußgänger und Radfahrer jedoch achten die Schlagbäume nicht, sondern schauen zum Bahnmenschen, der ihnen einen einladenden Wink gibt oder einen Ruf zukommen lässt, woraufhin sie die Schranken umgehen/umfahren und ihren Weg über die Gleise ohne Pause fortsetzen. Wir hingegen warten. So mancher (ortskundiger?) Fahrer wendet sein Gefährt und braust davon. Nach 20 Minuten schließlich von weitem ein Pfiff, und während der Bahnwärter gemütlich zurück zum Diensthäuschen neben der Überfahrt geht, rollt gemächlich eine rußende Diesellok mit einem Waggon vorbei. Der Bahnbeamte betätigt die Handkurbel am Diensthaus, die Schranken heben sich, und nun dürfen auch wir im Auto wieder weiter…
RO – Die Schönheit von Sibiu
Geprägt aus der Vergangenheit vor 1989 habe ich ja Henmungen, von Hermannstadt zu sprechen. Aber in Rumänien scheint das okay zu sein, wegen der vielen deutschsprachigen Touristen? Oder wirklich für die deutsche Minderheit im Lande? Sogar die große Ortstafel an der Zufahrtsstraße ist zweisprachig. Wie dem auch sei, die Altstadt von Sibiu ist wunderschön und pittoresk, die Hausfassaden farbenfroh, alles einladend und anheimelnd. Den wahren Reiz der Stadt machen für mich jedoch die Details aus, die man en passant wahrnimmt, wenn man sich umschaut – alt und neu, verfallend und frisch hergerichtet, jung und alt, modern traditionell, und auch arm und (neu)reich machen sich so im Stadtbild auf verschiedenste Weise bemerkbar…



